CCC Updates

Inhalt abgleichen
Aktualisiert: vor 3 Stunden 18 Minuten

Tickets für den 27. Chaos Communication Congress

vor 5 Stunden 17 Minuten
Vorfreude Wie im letzten Jahr eindrucksvoll zu sehen war, unterliegt der Ansturm auf den Congress keinen meßbaren Schwankungen: Das bcc war voll und die Tickets ausverkauft. Das Prinzip Hoffnung hat nicht funktioniert, und zurecht gab es Mißmut bei extra von weit her Angereisten, die abgewiesen wurden oder keine klare Ansage bekommen haben, wie es um die Tickets steht. Im letzten Jahr haben wir mit dem Projekt "Dragons everywhere" den Druck ein wenig lindern können. In dreißig Locations weltweit kamen Hacker zusammen und konnten über die Streams am Vortragsprogramm und über das VPN am Congress-Netz teilhaben. Wir hoffen, daß sich dieser Trend fortsetzt, und werden dieses Jahr "Peace Missions" [1] koordinieren. Vorverkauf Dennoch stehen wir vor dem Problem, den Andrang im bcc irgendwie kanalisieren zu müssen. Da wir die Nachfrage nicht über den Preis regeln wollen, haben wir uns dafür entschieden, dieses Jahr alle Dauertickets ausschließlich im Vorverkauf anzubieten, einzig ab Tag 2 wird es an der Abendkasse Tageskarten geben. Der Eintrittspreis beträgt für Standardkarten 70 €, für Mitgliedertickets 45 €, Schüler bezahlen 25 €. Der Eintritt für Vortragende ist freiwillig. Im Vorverkauf sind mehrere Bezahlmöglichkeiten vorgesehen: 1) Es besteht die Möglichkeit, bei der Postbank eine Bareinzahlung zu leisten.2) Es ist möglich, eine komplett anonyme Einzahlung des Betrags bei einigen Erfa-Kreisen des Clubs zu leisten.3) Es ist möglich, die Eintrittskarte nicht-anonym durch eine Überweisung auf ein dafür eingerichtetes Konto zu bezahlen.4) Es wird für ausländische Besucher eine nicht-anonyme Möglichkeit der Bezahlung per Kreditkarte (mit 5% Aufschlag) geben.4a) Ausländische Besucher greifen sich einen befreundeten Inländer; Starte wieder bei 1) Der Vorverkauf beginnt am Montag, den 27. September 2010. Um Hamsterkäufen und dem Schwarzmarkt vorzubeugen, werden die Tickets der Nachfrage angepaßt in Kontingenten freigeschaltet, das größte nach Bekanntgeben der ersten Fahrplanversion Anfang November. Wir werden den Stand regelmäßig kommunizieren. Im Vorverkaufssystem reservierte Tickets haben ein Zahlungsziel von vierzehn Tagen, danach gehen sie zurück in den Pool. Die Tickets sind jederzeit stornierbar, jedoch ausdrücklich nicht weiterverkäuflich. Im Vorverkauf wird es pro Account maximal zwei Tickets geben, solltet Ihr in einer Gruppe größer fünf anreisen und gemeinsam bezahlen wollen, meldet Euch bei uns. [3] Golden Token Da die Veranstaltung ohne die freiwilligen Helfer nicht möglich wäre, wollen wir diese beim Verkauf der Dauertickets bevorzugt behandeln. Für den 26C3 gab es einen Feldversuch, im kleinen Rahmen einen Kartenvorverkauf für Clubmitglieder in den Dezentralen des CCC anzubieten. Das System hat sich bewährt und wird nun zum 27C3 offiziell ausgerollt: Wir werden möglichst vielen Engeln und Helfern der letzten Jahre ein "Golden Token" aushändigen, das zum Kauf eines Dauertickets berechtigt. Nach Bezahlung werden zwei neue Tokens generiert, die mit Bedacht weiterverteilt werden sollen, denn diese Tokens sind auf 25 Prozent limitiert. Damit danken wir allen Helfern, die sich bei der Congressgestaltung einbringen, und wollen auch für die nächsten Congresse Anreiz zu Teilnahme statt Konsum geben. Friends Natürlich wird auch das im letzten Jahr aufgelegte, oben erwähnte friends-Programm [2] wieder aktiviert. Wenn Ihr von Hackern wißt, die zwar unbedingt auf den Congress gehören, sich den vollen Eintritt aber wahrscheinlich nicht leisten können, weist uns darauf bitte bis zum 1. Dezember per E-Mail an <27c3-friends(at)cccv.de> hin. Weiterhin haben in den letzten Jahren viele gerade jüngere Besucher mit knappem Budget ihr Ticket buchstäblich mit dem Weihnachtsgeld von Oma und Opa bezahlt. Dies ist während des Vorverkaufs natürlich noch nicht verfügbar. Wir begrüßen aber auch gerade jene Hacker gern, die sich den Eintritt mühsam vom Munde absparen. Bitte meldet Euch auch in diesem Fall bei <27c3-friends(at)cccv.de>, und wir werden einen Weg finden. Ticketcodes Ungefähr zwei Wochen vor dem Congress werden wir die Ticketcodes bereitstellen, die am Eingang gegen ein Eintrittsbändchen getauscht werden können. Die harte, aber einzig gerechte Ansage ist dann: Wer kein Ticket hat, braucht nicht anzureisen. Wer sein Ticket auf eBay gewinnbringend verkaufen will, läuft Gefahr, eine Zwangsstornierung zu verursachen. Bitte habt Verständnis für die rigorose Regelung und sagt uns unter   Bescheid, wenn Ihr von Schwarzmarktverkäufen Wind bekommt.   Links: [1] Peace Missions[2] Bilanzbalance[3] E-Mailadresse für Vorverkaufsschwierigkeiten: <27c3-presale(at)cccv.de>[4] Call for Participation

Chaos Computer Club ruft zur Demonstration "Freiheit statt Angst" auf

23. August 2010 - 16:57
Die Demonstration gehört zu einem internationalen Aktionstag gegen Überwachung. [1] Wem die permanente Zunahme von Kontroll-, Zensur- und Überwachungstechnologien und das nicht enden wollende Geschrei nach mehr Datensammelei und seltendämliche Forderungen wie der Internet-Reset-Knopf zum Halse raushängen, ist herzlich eingeladen, sich in der Mitte Berlins einzureihen. Auch alle, denen das "Privacy is dead"-Gelaber aus der Industrie schon aus den Ohren kommt, dürfen mit kreativen Plakaten mal so richtig beherzt dagegen protestieren. Nachdem das Verfahren gegen den von der Polizei verprügelten Teilnehmer der letztjährigen Demo eingestellt wurde, begrüßen wir dieses Jahr auf der Demo den Fahrradfahrerblock. [10] Die erhoffte Pflicht zur Kennzeichnung von Polizisten wird sich wahrscheinlich noch etwa sechzig Jahre hinziehen, [6, 7] jedoch halten wir alle Teilnehmer an, die Umsetzung des unlängst bestätigten Verbots präventiver Videoüberwachung auf Demos [8, 9] vehement einzufordern. Wem nicht mehr ganz geläufig ist, was sich die Damen und Herren Politikdarsteller und ihre Lobbyfreunde dieses Jahr wieder ausgedacht haben, der kann anhand der nachfolgenden Liste sein Gedächtnis auffrischen. Wir erinnern an die Elena-Arbeitnehmer-Totalerfassung, [4] an die untote Vorratsdatenspeicherung und die Netzsperren-Reanimation, die gleich noch auf EU-Ebene ausgedehnt werden soll. Neu ist dieses Jahr auch die Netzneutralitätsdebatte hierzulande, bei der aus kommerziellen Gründen dreiste Forderungen nach intensiver Datenausforschung erhoben werden. Vergessen wollen wir auch nicht das Skype-Abschnorcheln, die SWIFT-Datenweitergabe und den Nacktscanner-Einsatz, durch den wir endlich auch all unsere Herzschrittmacher, künstlichen Darmausgänge und Intim-Piercings vorzeigen dürfen. Dazu kommen noch die geheimen ACTA-Verhandlungen und ein JMStV, der mehr schadet als nützt. Und zu guter Letzt dürfen wir uns ab November auch endlich für den neuen elektronischen Personalausweis biometrisch vermessen und ab nächstes Jahr volkszählen lassen. [3] Aus Anlaß der Demonstration möchten wir alle Unerfahrenen auf ein How-to hinweisen, das sich insbesondere für wenig Protestumzug-Geübte als nützlich erweisen kann. [5] Bitte lest es aufmerksam, bevor Ihr mit den Vorbereitungen zum Familienausflug beginnt. Es spricht übrigens nichts dagegen, originelle Transparente und Shirts mitzubringen. Kommt demonstrieren, solange sie uns noch lassen! [1] Blog zur Demo "Freiheit statt Angst" [2] Forderungen für ein lebenswertes Netz [3] Zensus 2011 [4] Petition gegen Elena [5] Demogrundregeln für Nerds [6] Meldung zur Demo-Gewalt [7] Nummernschilder für Polizisten [8] Berliner Verwaltungsgericht verbietet das polizeiliche Filmen friedlicher Demonstrationen [9] Polizeipräsident läßt weiter auf Demos filmen [10] Rückschlag für die Polizei

MetaRheinMain ChaosDays 1001b

11. August 2010 - 20:22
Die MetaRheinMain Chaosdays sind ein jährlich stattfindender Kongreß, der dieses Jahr unter dem Motto „Beyond Science Fiction“ mit dem Themenschwerpunkt „Gesellschaft und Technik in Fiktion des 20. und Realität des 21. Jahrhunderts“ vom oqlt e.V., cccffm, Chaos Darmstadt, dem CCC Mannheim, dem CCC Mainz sowie dem Chaostreff Kaiserslautern im Rhein-Main-Neckar-Gebiet organisiert wird. Die MRMCDs finden dieses Jahr vom 3. 9. 2010 bis 5. 9. 2010 an der Technischen Universität Darmstadt statt. Drei Tage lang werden Vorträge, Diskussionen und ein Hackcenter geboten. Webseite: http://mrmcd1001b.metarheinmain.de/

Chaos Computer Club macht Hausfassade zum überdimensionalen Bildschirm

3. August 2010 - 22:57
Der CCC München bringt das ehemalige Kaufhaus in der Tegernseer Landstraße 64 zum Leuchten: Die Fassade wird zu einem interaktiven Bildschirm, der über das Internet gesteuert wird. Über eine Webseite [1] können Menschen aus der ganzen Welt ihre eigenen Texte, Bilder und Animationen auf der Hauswand abspielen. Jedes Fenster der Frontfassade wird von innen mit einer energiesparenden Hochleistungslampe beleuchtet. Der CCC München hat für „AllColoursAreBeautiful“ [2] Lampen entwickelt, die mit Leuchtdioden ein breites Farbspektrum darstellen können. Die Lampen sind untereinander vernetzt und werden von einem zentralen Computer gesteuert. So wird jedes der 96 Fenster zu einem Pixel eines riesigen Bildschirms. Im Jahr 2001 initiierte der CCC das Projekt Blinkenlights [3], Vorläufer und Ideengeber für die jetzige Installation. Nach schwarz-weißen Bildschirmen auf Häuserfassaden in Berlin, Paris und Toronto gibt es nun „AllColoursAreBeautiful“ in München. Das Projekt „AllColoursAreBeautiful“ ist Ergebnis einer mehrjährigen interdisziplinären Zusammenarbeit von Hackern, Elektrotechnikern und Künstlern. Gemeinsam haben sie in ehrenamtlicher Arbeit die elektronischen Komponenten entwickelt, mit denen die Lampen angesteuert werden. Daneben entstanden verschiedene Anwendungsprogramme und ein eigens entwickelter Webeditor, damit jeder Animationen mit seinem Browser erstellen kann. Das in Zusammenarbeit mit der Künstlerplattform „Puerto Giesing“ [4] realisierte Projekt ist durch viele kleine Privatspenden ermöglicht worden, mit denen die Bauteile finanziert wurden: Für nur 23 Euro kann man Pate eines Pixels werden. [5] Wir danken allen Pixelpaten und Spendern ganz herzlich!   Koordinaten der Einweihung: Dienstag, 10. August, 20.30 Uhr Puerto Giesing, Tegernseer Landstraße 64, München Geo-Koordinaten bei OpenStreetMap Die Installation kann jederzeit nach Sonnenuntergang besichtigt werden – 96 Fenster warten darauf, bespielt zu werden!   Kontakt für Journalisten und Anfragen zu Puerto Giesing und AllColoursAreBeautiful: E-Mail: presse(at)muc.ccc.de   Links: [1] Animationseditor: http://acab.muc.ccc.de/mitmachen/ [2] Webseite zum Projekt: http://acab.muc.ccc.de/ [3] Projekt Blinkenlights: http://blinkenlights.net/ [4] Künstlerplattform Puerto Giesing: http://puerto-giesing.de/ [5] Pixelpate werden: http://acab.muc.ccc.de/pixelpate-werden/   Pressemappe und Bilder sind unter Angabe der Quelle Chaos Computer Club München frei verwendbar. Bildmaterial und Hintergründe: Pressemappe und Bilder: http://acab.muc.ccc.de/presse/

Forderungen für ein lebenswertes Netz

19. Juli 2010 - 15:35
Wir haben daher in klare Worte gefaßt, welche Errungenschaften erhalten und welche aktuellen Mißstände unserer Meinung nach angepackt werden müssen, welche Risiken für die Zukunft einer wettbewerbs- und lebensfähigen Gesellschaft im Netz wir sehen und wohin die Reise gehen soll. Diese Reise kann natürlich nur unter Mitnahme aller Bürger, die ausreichend schnell, unzensiert und unbevormundet an ein interaktives Netz angeschlossen sind, Fahrt aufnehmen. Wir sehen es als Problem, wenn das Netz nur als Quell ewigen Übels wahrgenommen wird, welches streng reguliert und möglichst mehrwert-gerecht präsentiert werden muß. Als Abbild des Lebens hat der Markt im Netz seinen Platz – genau wie die Politik, aber keiner der Spieler darf zum übermächtigen Kontrolleur werden. Dazu muß der Staat mit gutem Beispiel vorangehen, darf sich nicht weiter in IT-Großprojekten über den Tisch ziehen lassen, muß die digitale Intimsphäre seine Bürger achten und selbst mit angemessener Transparenz für alle nachvollziehbar, am besten gar maschinenlesbar werden. Und wer Mißstände, Korruption und Datenskandale aufdeckt, muß belohnt, nicht geächtet und bestraft werden. Dabei sollen die Netzbürger nicht bloß als statistische (Stör-)Größe in ausufernd wachsenden Datenbanken verbucht und verarbeitet werden. Im Gegenteil: Sie sind der Souverän und müssen im selbstbestimmten Umgang mit ihrem Netz ausgebildet werden. Dazu gehört, den Wert von Privatsphäre zu erkennen und mit den intimsten Geheimnissen achtsam umzugehen. Das Netz ist unsere gemeinsame Infrastruktur; unser Staat sollte sie aufbauen, hegen und pflegen, anstatt sich auf das Kleinhalten und Reglementieren zu konzentrieren. Wir müssen Sorge tragen, daß Bedarfsträger und Verwertungsindustrie nicht mehr Provider und Webseitenbetreiber als Hilfssheriffs und Sündenböcke vor den Karren spannen können. Gleichzeitig müssen die seit langem konkret bekannten Fehlentwicklungen bei Fragen der Softwarepatente und des Urheberrechts korrigiert werden. Ohne neue Grundregeln für das Immaterialgüterrecht und eine Orientierung am Gemeinwohl statt an den wirtschaftlichen Interessen einiger weniger wird sich die Kluft zwischen Politikern und Internetgemeinde nur noch vertiefen. Wir haben unseren Standpunkt in die folgenden elf Thesen zusammengefaßt, die wir hiermit zur Diskussion stellen.   Thesen zur Netzpolitik 1. Netzzugang ist ein Grundrecht und Bedingung für die Teilnahme am kulturellen und politischen Leben Es ist Aufgabe des Staates, dafür Sorge zu tragen, daß alle Bürger Zugang zu breitbandigem Internet haben. Als Medium der Informationsbeschaffung löst das Internet den Fernseher ab, daher muß auch die Grundversorgung großzügig dimensioniert sein, damit sich jeder Bürger breitbandigen Netzzugang leisten kann. Auch darf der Entzug des Netzzugangs nicht als Strafe in Erwägung gezogen werden, weil das verhindern würde, daß Bürger am kulturellen und politischen Leben teilnehmen können. 2. Nutzen des Netzes kann sich nur entfalten, wenn die Netzneutralität garantiert ist Kein Zugangsanbieter darf nach inhaltlichen Kriterien Einfluß auf die Verfügbarkeit, Priorisierung oder Bandbreite der weitergeleiteten Daten nehmen. Einflußnahme ist generell nur akzeptabel, wenn das dem Kunden gegenüber transparent und Teil der Vertragsbedingungen ist und tatsächlich ein Kapazitätsengpaß besteht, also der Einfluß dazu dient, allen Kunden einen fairen Teil der bestehenden Kapazität zuteil werden zu lassen. Ein Zugangsanbieter dürfte etwa – wenn das im Vertrag steht – allen Kunden die Bandbreite beschränken, um eine Mindestbandbreite für Telefonie zu reservieren, weil Telefonate sonst gar nicht gingen. Beim Beschränken der Bandbreite dürfte er aber nicht die weiterzuleitenden Daten durchleuchten und etwa nur manche Dienste beschränken. 3. IT-Großprojekte der öffentlichen Hand nach sinnvollen Kriterien vergeben Es sollen in Zukunft die sachpolitischen Fragen im Vordergrund stehen. Das Konzept und die Vergabe von staatlichen IT-Projekten sollen nicht weiterhin als bloße Förderprojekte für die IT-Industrie betrachtet werden. Es ist stets auch eine vorsichtige Abwägung zwischen Bürokratieabbau und zentralisierter Datenerfassung zu bedenken. In Deutschland werden nicht selten IT-Projekte vergeben, denen es an sinnvoller Begründung und sachkundiger Konzeption mangelt. Regelmäßig scheitern sie auf ganzer Linie. Vom digitalen Behördenfunk über die Finanzamts-Software, über den "Exportschlager" Mautinfrastruktur bis hin zum "Exportschlager" Gesundheitskarte bietet das staatlich geförderte Portfolio reihenweise Rohrkrepierer. 4. Öffentliche Daten transparent handhaben Mit Steuermitteln finanzierte Ergebnisse und Inhalte müssen allgemeinfrei werden. Der Staat hat dafür zu sorgen, daß sie im Internet für jeden verfügbar sind. Patente auf Ergebnisse, die aus Steuermitteln finanziert wurden, sind unzulässig. Die Allgemeinheit betreffende Daten wie statistische Erhebungen, Wetterdaten, geographische Daten und Karten, Satellitenaufnahmen etc. fallen auch unter diese Regelung, selbst wenn sie nicht mit Steuermitteln finanziert wurden. 5. Klare Absage an Softwarepatente Softwarepatente bedrohen nicht nur die europäische Softwareindustrie, sondern auch das Internet selbst. Obwohl es laut Gesetz keine Softwarepatente gibt, hat das Europäische Patentamt hunderte von ihnen erteilt. Diese Patente sollen allesamt gestrichen werden. Es muß gesetzlich sichergestellt werden, daß es auch in Zukunft keine Softwarepatente gibt. 6. Urheberrechtgesetzgebung modernisieren Der Urheberrechtsschutz darf nicht weiter ausufern. Die Durchsetzung der Rechte der Verwertungsindustrie hat zu einem massenhaft betriebenen Abmahn-Geschäftsmodell und damit zu einem Rechtsmißbrauch geführt. Wir fordern daher eine Bagatellgrenze für die Verfolgung von Verletzungen von Immaterialgüterrechten und die Einschränkung der Kosten bei der Durchsetzung gegen Privatleute ohne kommerzielle Vorteile aus der Verletzung. Die Schutzfristen für urheberrechtlich geschützte Werke sollen verkürzt werden, um die Allmende zu stärken. Der Chaos Computer Club setzt sich für eine Neuregelung des Kompensationsmodells für Urheber ein. Ihre Rechte und ihre Unabhängigkeit von der Verwertungsindustrie sollen gestärkt werden. Der CCC wird hierzu eine eigene Idee für die Bezahlung vorstellen, welche die Idee der Kulturflatrate abwandelt. 7. Zugangsprovider haften nicht für die Daten ihrer Kunden Neben den Zugangsprovidern soll auch die Haftung der Webseitenbetreiber für Daten ihrer Benutzer ausgeschlossen werden. Zugangsprovider und Betreiber von Webseiten sollen zudem nur in schwerwiegenden Kriminalfällen die persönlichen Daten ihrer Kunden und Benutzer offenbaren dürfen. Diensteanbieter sollen ermuntert werden, keine Logdaten über ihre Benutzer zu erheben und nicht nach persönlichen Daten zu fragen. 8. Private Daten besser schützen Für den Staat muß eine rigide Datensparsamkeitsregelung gelten. Daten, die nicht objektiv gebraucht werden, dürfen nicht erhoben werden. Anfallende Daten sind unverzüglich zu löschen, wenn kein Speicherzweck belegt werden kann. Hier sind keine könnte-würde-hätte-Argumentationen der Polizeilobby gültig, sondern ein konkreter und die Nachteile aufwiegender Nutzen muß nachgewiesen sein. Das Weitergeben von zu Unrecht erhobenen Daten sowie Datenmißbrauch sollen endlich mit empfindlichen Strafen bewehrt werden. Auch bestehende Regelungen müssen geprüft werden. Andere Länder kommen ganz ohne Personalausweis aus, etwa die USA und Großbritannien. Wieso brauchen wir einen Personalausweis, zumal einen mit biometrischen Daten und Online-Zugriff der Behörden auf die Ausweisdaten? Wieso darf unser Paß biometrische Daten enthalten? Biometrische Ausweisdokumente mit funkendem Mikrochip sind nicht sinnvoll begründet, daher soll ihre Verbreitung nicht fortgeführt werden. 9. Recht auf Anonymität etablieren Anonymität ist ein wichtiges Gut, sowohl in der realen Welt als auch im Internet. Für die politische Willensbildung ist es wichtig, daß Bürger sich informieren und diskutieren können, ohne sich beobachtet oder verfolgt zu fühlen. Authentizität im Internet darf nicht zu Lasten der Anonymität gehen und nicht durch erkennungsdienstliche Behandlung erkauft werden. Wir fordern daher, daß Betreiber bestehender anonymer Kommunikationsmöglichkeiten wie etwa Tor nicht weiter Verfolgung und Repressalien ausgesetzt werden, sondern eindeutig gesetzlich geklärt wird, daß sie nicht für über ihre Dienste getätigte Äußerungen belangt werden dürfen. Die vermehrten Beschlagnahmen von Computern, die Anonymisierungsdienste betreiben, sind zu beenden. Dies gilt umso mehr, da Menschen aus nicht-demokratischen Staaten auf die Bereitstellung solcher Dienste angewiesen sind. 10. Profilbildung über Menschen verhindern Im Internet verbreitete Daten betreffen die Privatsphäre der Bürger und lassen das Erstellen umfangreicher Persönlichkeitsprofile zu. Sie müssen daher stark geschützt werden. Dies betrifft sowohl die Nutz- als auch die Bewegungsdaten. Die Zusammenführung von Daten ermöglicht zusätzliche Einblicke in die Privatsphäre der Bürger. Daher soll datenschutzrechtlich dafür gesorgt werden, daß auch jemand, der legal Zugriff auf mehrere Datenbanken hat, daraus für ihn nicht das Recht auf Zusammenführung der Daten folgt. Datenverschlüsselung als Mittel zum informationellen Selbstschutz ist ein Grundrecht und darf nicht beschnitten werden. Dazu gehört auch, daß niemand gezwungen werden kann, seine Paßwörter oder Schlüssel offenzulegen. 11. Whistleblower-Schutz verbessern Whistleblower müssen geschützt und dürfen nicht verfolgt werden. Keiner, der den Mut zeigt, verborgene Mißstände öffentlich zu machen, darf benachteiligt werden. Wer unbequeme Wahrheiten auch unter persönlicher Gefahr ausspricht und weitergibt, soll daher gesetzlich geschützt werden.   Links: [1] Chaosradio-Sendung "Hier stehen wir und können nicht anders: CCC-Thesen zur Netzpolitik": http://chaosradio.ccc.de/cr158.html [2] Thomas de Maizière: "14 Thesen zu den Grundlagen einer gemeinsamen Netzpolitik der Zukunft" http://www.bmi.bund.de/cae/servlet/contentblob/1099988/publicationFile/88667/thesen_netzpolitik.pdf [3] Spickzettel des CCC für digitale Bürgerrechte http://ccc.de/de/updates/2009/pm-spickzettel  

Gute Nachrichten für neue Datenschleuder-Abonnenten

8. Juli 2010 - 17:08
Aber im Ernst: Allen, die vergeblich an ihrem Briefkasten gelauert haben, danken wir für die gezeigte Geduld. Daß wir ein Problem beim Einsortieren der neuen Leser hatten, fiel leider erst durch den sprunghaften Anstieg von Beschwerden unterversorgter Abonnenten auf. Nach erfolgreicher Fehlersuche wurden die noch nicht versendeten Zeitschriften Anfang der Woche bei der Post eingeliefert, händisch frankiert und sollten in den nächsten Tagen bei den dann hoffentlich nicht mehr grummeligen Lesern ankommen. Wir möchten uns an dieser Stelle für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen, geloben hiermit in aller Öffentlichkeit Besserung und wünschen viel Spaß bei der Lektüre!